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ordentliche Kündigung


  • Ablauf einer Versicherung

    Lebensversicherungen und private Rentenversicherungen sowie einige befristete Versicherungsverträge (z.B. auf die Dauer einer Reise beschränkt) werden mit einem festen Ablaufzeitpunkt abgeschlossen.

    Eine besondere Kündigung ist hier nicht erforderlich.

  • Kündigung mit Dreimonatsfrist

    Außer den genannten Versicherungsformen mit festen Ablaufzeitpunkten, verlängern sich alle anderen Versicherungsverträge (unabhängig von ihrer Vertragsdauer) automatisch um ein Jahr, sofern sie nicht spätestens 3 Monate vor ihrem Ablauf gekündigt werden (ordentliche Kündigung).

    Einzige Ausnahme bildet dabei die Kfz-Haftpflichtversicherung, bei der lediglich eine Kündigungsfrist von einem Monat zum Ablauf des jeweiligen Versicherungsjahres einzuhalten ist.

  • Kündigung von 3, 5 bzw. 10 Jahresverträgen

    Unfall-, Haftpflicht-, Hausrat- und Wohngebäudeversicherungen sind meistens langfristig abgeschlossen. Hier bestehen unter Umständen Möglichkeiten der vorzeitigen ordentlichen Kündigung dieser Mehrjahresverträge.

    Ist in deren Antrag die Laufzeit "10 Jahre" eingedruckt, können Sie eventuell vorzeitig kündigen. Diese Möglichkeit ist jedoch von Zeitpunkt und Ort (West- bzw. Ostdeutschland) des Vertragsabschlusses abhängig.

  • Versicherungsabschluß vor 1991

    War im Antragsformular eine zehnjährige Vertragslaufzeit vorgedruckt, ist eine Kündigung dieser Verträge mit Dreimonatsfrist zum Ablauf des Versicherungsjahres (welches nicht zwingend mit dem Kalenderjahr identisch sein muß!) möglich. Dies gilt sogar dann, wenn neben der gewählten zehnjährigen Vertragslaufzeit auch noch weitere Alternativlaufzeiten zur Wahl standen. Die Kündigungsmöglichkeit ist fraglich, wenn die zehnjährige Vertragsdauer lediglich handschriftlich eingetragen wurde.

    Bei einem Vertragsabschluß vor 1991 kann aber auch ganz "normal" ordnungsgemäß gekündigt werden, da die zehn Jahre Vertragslaufzeit spätestens zum Ende des Jahres 2000 abgelaufen sind, die Verträge also nur noch jährlich prolongiert werden. Es handelt sich bei diesen Verträgen ab jetzt somit faktisch um Ein-Jahres-Verträge.

  • Versicherungsabschluß von 1991 bis 24.6.1994

    Im Zeitraum von Anfang 1991 bis 24. Juni 1994 in den alten Bundesländern abgeschlossene Versicherungsverträge können dann vorzeitig (frühestens nach drei Jahren) ordentlich gekündigt werden, wenn dem Versicherungsnehmer bei Vertragsabschluß nicht alternative Laufzeiten von einem, drei, fünf oder zehn Jahren mit angemessenen (laufzeitabhängig von fünf bis zehn Prozent) Beitragsrabatten angeboten wurden. Wurde also ein Dauerprämiennachlaß für die lange Vertragsdauer gewährt, ist eine vorzeitige Kündigung ausgeschlossen.

  • Versicherungsabschluß nach dem 24. Juni 1994

    Haben Sie nach dem 24. Juni 1994 einen Mehrjahresvertrag abgeschlossen, können Sie diesen zum Ende des fünften Versicherungsjahres kündigen, auch wenn ursprünglich eine längere Vertragslaufzeit vereinbart wurde. Ab dem sechsten Versicherungsjahr ist dann jährlich eine Kündigung zum Ende eines Versicherungsjahres möglich. Zu beachten ist auch hier die Einhaltung der Dreimonatsfrist.

  • Vertragsabschluß vor 1993 (in den neuen Bundesländern!)

    Für die neuen Bundesbürger gibt es eine Sonderregelung für Verträge, die bis Ende 1992 abgeschlossen worden sind. Privatpersonen haben bei diesen Verträgen ein jährliches Kündigungsrecht, unabhängig von den ursprungs vereinbarten Laufzeiten. Für nach 1992 abgeschlossene Versicherungsverträge gelten allerdings die selben Regeln wie in den alten Bundesländern.

  • Besonderheiten bei Kapital-Lebensversicherungen

    Kapital-Lebensversicherungen können im Prinzip jederzeit gekündigt (nach Ablauf des ersten Versicherungsjahres), verkürzt, beitragsfrei gestellt etc. werden. Bei all diesen Optionen verlieren Sie jedoch viel Geld. Die Gebühren hierfür belaufen sich teilweise auf mehrere Jahresbeiträge.

    Bei einer vorzeitigen Kündigung vor Ablauf des 12. Versicherungsjahres sollte zudem beachtet werden, daß bei einer Auszahlung der bis dato angelaufenen Versicherungssumme auf die in ihr enthaltenen Erträge die Kapitalertragsteuer in Höhe von 25 Prozent fällig wird. In solchen Fällen wäre es daher i.d.R. sinnvoller, die Versicherung vorerst beitragsfrei zu stellen und erst nach Ablauf der 12 Jahre auszahlen zu lassen. Diese Entscheidung sollte davon abhängig gemacht werden, inwieweit die Zinsfreibeträge anderweitig ausgeschöpft werden. Haben Sie außer den Überschußanteilen aus der Lebensversicherung keine weiteren Zinseinkünfte zu versteuern, so kann die bei vorzeitiger Auszahlung der Versicherungssumme zu zahlende Kapitalertragsteuer über den Lohnsteuerjahresausgleich oder über Ihre Einkommensteuererklärung wieder gutgeschrieben werden.

    Sollten Sie Ihre Kapital-Lebensversicherung entweder kündigen, verkürzen oder beitragsfrei stellen wollen, benötigen Sie dazu einige Informationen Ihres Versicherungsgebers.

  • Besonderheiten bei privaten Krankenversicherungen

    Private Krankenversicherungen sind ordentlich in der Regel erst nach den ersten drei Vertragsjahren kündbar, danach jährlich. Die Kündigung hat dabei mit Dreimonatsfrist zum Ende des entsprechenden Versicherungsjahres zu erfolgen.

Hinweis

Haftungsausschluß

Alle nachfolgenden Informationen können und sollen nicht abschließend sein. Sie stellen weder eine Rechtsberatung dar, noch begründen Sie eine Haftung des Autors.
 
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